03.05.2013, 02:01
(02.05.2013, 16:31)Apis schrieb: -dedicated to Lane-
Vielen Dank!
Zitat:Hi Lane,
Hi Apis,
Zitat:ich habe nun nochmals weiter "verdaut".
Und ich habe ein Ergebnis errreicht:
Mein Bedürfnis nach eindeutigen Definitionen ist hier im Forum wohl bekannt. Du hast mir das abgewöhnt, vordergründig mit einem Übersetzungsthema. Die meisten habe ich ohnehin längst so eindeutig, wie ich sie haben möchte, im Grundlagenbereich.
Ja, das ist mir aufgefallen. Da tut sich etwas seit einiger Zeit.
Zitat:Aber da steckt noch mehr dahinter. Ich bin dem Ärger nachgegangen, der mich ergriffen hat, wenn Du wiedermal ein Wort oder einen Satz aus der deutschen Fassung "zerlegt" hast, der mir wunderbar als Erklärung gepasst hat.
Ich habe mich dann gefragt, was eigentlich der Ausgangspunkt war, wie ich zur Astrologie gekommen bin. Ich habe mich nie für Vorhersagen interessiert, die waren mir egal. Ich wollte wissen, ob man im Horoskop den Charakter erkennen kann, ich wollte Selbsterkenntnis. Und dabei habe ich den Charakter als etwas Statisches gesehen: "Du bist so und so, aber nicht so und so".
So ist das mit dem Wesen der Definition: sie ist geschlossen, möglichst weit, sonst ist sie (per definitionem) keine Definition mehr.
Allein das wäre ein schönes Thema für unser Forum.Ich habe nun nicht unbedingt den Charakter als etwas Statisches gesehen, mir wohl aber oft die Frage gestellt, wie sich vorgeburtliche Absichten wohl auswirken mögen und wie stark ihr Einfluß ist.Womit wir auch bei der Frage wären, in etwa jedenfalls, Du bist so und so, aber nicht so und so. Ein wirklich interessanter Aspekt.
Zitat:Ich habe dabei viele Menschen kennengelernt, ihre Daten erfragt, Horoskope berechnet und jede Menge Charaktermerkmale gefunden, Volltreffer gelandet. Meistens habe ich dabei auch immer Berührungspunkte zu meinem eigenen Horoskop gesucht.
Warum das? Was ist der Grund, Berühungspunkte mit dem eigenen Horoskop zu suchen?
Zitat: Ich hatte mich damals auch ein paar Mal verrechnet, oder ich hatte falschen Angaben bekommen, und trotzdem habe ich Typisches entdeckt. Das war mir aufgefallen. Auf völlig falschen Daten konnte ich plausible Erklärungen aufbauen. Und nicht nur ich, auch der "Klient" hat das locker geglaubt!
Ja, was sagt man dazu.
Zitat:Und da sind wir beim Kern des Problems: die Menschen haben mir geglaubt, ich habe mir geglaubt, war ja auch logisch, denn ich hatte intuitiv mit Hilfe meiner inneren Sinne und der Projektionsfläche genau das herausgefunden, was die Menschen bewegte. Genau, wie Seth das ausgedrückt hat: die Astrologie schärft meinen Blick und meine Sinne für das Wesentliche, Aktuelle. Sie fokussiert. Wie ein Pendel, oder ein Tarot, oder ein IGing-Set.
Ja, verschiedene Methoden, Glaubenssätze ans Licht zu bringen. Wenn man es aus der Perspektive betrachten möchte. Ist schon ein Ding.
Zitat:Und heute frage ich mich: "Ja, und wenn das wahr ist, was mache ich dann z.B. mit meinem Saturn? Nicht mehr 'Wie werde ich ihn los?' aber noch ein 'Wie stelle ich ihn ein, passend zu mir?'
Ganz einfach: er ist in mir. Maßgeschneidert.
In mir ist Pflichtbewusstsein, Vaterprägung, Ehrgeiz, Härte, all diese Entsprechungen stecken in mir. Und die tolle Saturn-Symbolik hilft mir nur, sie alle schön zusammenzufassen und greifen zu können. Fakt ist: ich habe genau soviel Saturn, wie ich will, wie ich zulasse.
Ein sehr guter Punkt für die GS-Geschichte. Für mich paßt das nahtlos ins Sethmaterial, aus einer speziellen Persektive. FInde ich sehr gut, die Anmerkung.
Zitat:Oder genau so wenig. Die Radix ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Und eine unscharfe dazu. (Aber besser wie gar kein Bild.)
Ja, ich habe es tatsächlich geschafft: ich habe sie heute zurückgenommen, die ganze irgendwann mal ausgelagerte Astrologie. In irgendeinem Astro-Buch habe ich das mal gelesen: 'Später, in ferner Zukunft wirst Du die Symbolik ganz ausfüllen und zurückholen'. Jetzt habe ich kapiert, was gemeint war.
Ok, das ist wirklich interessant, Astrologie unter dem Aspekt der ausgelagerten Symbolik zu sehen. Ich habe nun lediglich Erfahrungen mit dem I Ging, aber da trifft Deine Bemerkung in der Tat ins Schwarze. Und auch da kann ich mir vorstellen, was mit dem Ausfüllen und Zurückholen der Symbolik gemeint ist. Wobei ich einen entsprechenden Gedanken bislang bei den Chinesen nicht gelesen habe.
Zitat:Ich will sie nicht verdammen, sie war mir eine große Hilfe. Vielleicht gebrauche ich sie auch gelegentlich noch, als Werkzeug zur Fokussierung. Dazu ist sie super! Auch die uralte Symbolwelt kennenzulernen hat einen Riesenwert für mich.
Glaube ich.
Zitat:Es hat mich die ganze Zeit schon gestört, dass sich alles nur um die Radix drehen soll, mein ganzes Leben lang. Mit limitierenden Aussagen, die eher ein Festnageln auf ein "So bist Du" betonen und das eigene Entwicklungspotential zumindest, wenn nicht gar negieren. Gut, es werden langsam mehr Bücher, die die Entwicklung betonen.
Aber das Bedürfnis, meinen Charakter zu bestimmen war in mir. Ich wollte ihn ja festnageln. Und am Ende wunderte ich mich, dass er statisch wurde. Wie bescheuert: Mein Charakter in einer Zeichnung!
Nein, er lässt sich nicht festnageln, er ist buchstäblich unendlich. Das Selbst ist unbegenzt.
Ja, das hat mich immer schon gebissen, diese Festlegung. Thesen wie "Menschen ändern sich nie". Menschen ändern sich andauernd.
Zitat:Ja, da kann man jetzt stundenlang drüber nachdenken und morgen ist schon wieder was Neues in diesem Zitat. Das ist überhaupt der Punkt für mich hier in diesem Forum, diese unglaubliche Bereicherung, die man hier erfährt. Ständig werden neue Aspekte aufgeworfen, die ein bekanntes Thema aus einer für mich neuen, aber wichtigen Perspektive beleuchten. Ich lerne hier unheimlich viel. Dinge, die ich übersehen habe, oder so auf diese Weise nicht gesehen habe. Da fügen sich die Teile, geben einen neuen, größeren Sinn.Zitat:Wenn ihr eine konventionelle Anschauung von der Astrologie habt, dann ist das so, als ob ihr auf den Umschlag eines Buches seht und nicht bemerkt, daß es viele Seiten hat. (Si. 729)
Zitat:Sobald ihr euch selbst mit einem Etikett verseht, setzt ihr Schranken, richtet Barrieren auf und definiert die Realität eurer Psyche - und das gewöhnlich entsprechend ziemlich beschränkter Überzeugungen. Ihr denkt, daß das Selbst irgendwo beginnen oder enden muß. Da muß ringsum ein Zaun sein, ein eingefriedeter Garten der Identität, in dem ihr euch sicher fühlen könnt. Ich habe viele Male gesagt, daß das Selbst keine Grenzen hat. Ihr scheint zu befürchten, daß das Selbst ausblutet oder ›sich selbst‹ in einem Labyrinth, in dem alle Identität untergeht, verliert. Doch ist euch klar, daß EUER SELBST von weitaus größerer Dimension ist, als ihr normalerweise annehmt - also sprecht ihr von Reinkarnation. Dies gestattet euch Vorstellungen von umfassenderen Identitätsbereichen, während eure Theorien von Eigenpersönlichkeit unangetastet bleiben. Ihr denkt, daß ihr ein Selbst nach dem anderen seid, jede Identität fein säuberlich durch eine Reihe von Jahren von den anderen getrennt, einen offensichtlichen Tod und eine offensichtliche Geburt. (Si. 729)
Zitat:Drum auf zu neuen Ufern!
Jeden Tag, mein Lieber, jeden Tag. Da bist Du nicht alleine mit.

Sachen, die ich längst wissen müßte, da sie, wie wir beide hier so schön feststellten, auf der Hand lagen...
Zitat:tief ge- und berührter
Apis
Ja, das ist schön. Hier ist keine Einbahnstraße, das ist das Gute. Um so mehr, mein Lieber, wenn man an die Verabredungen und Absprachen auf Ebene oder Framework 2 denkt. Und darüber denke ich sehr oft nach seit längerer Zeit.
Ich danke Dir für Deine offenen Worte und wünsche uns allen eine schöne und förderliche Zeit hier.
Lane
Zitat:P.S.Polaris
Auch Du begrenzt DICH in Deinen Möglichkeiten. Auch wenn Du meinst, Erkenntnisse allein durch Lesen gewinnen zu können: es wird Dir nicht oder nur sehr schwer gelingen. Ohne den z.T. anfangs für mich recht unangenehmen Dialog mit Lane hätte ich das wesentlich später - vielleicht auch niemals - erkannt!
