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Ein Unding
#7
(23.07.2012, 07:54)Apis schrieb: Hi omega, Du Alterswaise,

nicht Waise, Apis. Weise. Das hat mit Weisheit zu tun.

Apis schrieb:das ist einfach, und kein Unding. 8)8)8):mrgreen:


Den Begriff "Unding" habe ich direkt von Seth übernommen. Es steht in dem von mir zitierten ersten langen Satz.


Apis schrieb:Mir fallen drei gute Argumente ein:

1. Das betreffende Individuum strebt an, die Gruppe anzuführen, der Gruppe seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. In diesem Fall werden alle Gruppenmitglieder versuchen, die Originalität des Anführers nachahmen. Diese meist kläglichen Nachahmungsversuche nimmt der Anführer mit seinen Sinnen wahr und fühlt sich mit jedem gescheiterten Versuch in seiner fälschungssicheren Individualität bestätigt.

Wenn der Mensch, der sich zum Anführer einer Gruppe machen möchte, versucht, der Gruppe seinen Stempel aufzudrücken, setzt das voraus, dass schon eine bewusste Individualität vorhanden ist, die dann nachgeahmt werden kann. Seth spricht aber von Menschen, die hoffen, ihre Individualität in der Gruppe zu finden.

Apis schrieb:2. Das Individuum möchte lernen, sich von anderen abzugrenzen. Dazu muß es Individualität entwickeln, um in der Gruppe und in einer Anonymität nicht unterzugehen. Nach dem erfolgreichen Abgrenzungsprozeß werden die Eigenheiten im Einheitsbrei der Gruppe leichter sichtbar.

Die alte Subjekt-Objekt-Kiste also? Wer an Abgrenzungsproblemen arbeitet weiß eigentlich um seine Individualität und wird, so meine ich, Gruppen eher meiden.

Apis schrieb:3. Das Individuum ist einfach einsam, es fühlt sich allein, und benötigt soziale Kontakte, Austausch, Kommunikation und Interaktion. Es sucht gleichgesinnte Freunde, die es verstehen. Es sucht einen Spiegel, um seine Eigenschaften wahrnehmen zu können.

Ja, sicher ist das ein guter Grund für Viele, sich Gruppen anzuschließen. Aber Seth sagt ja im Zitat, dass es Menschen gibt, die eine "Gruppenindividualität" suchen, weil sie sich davor fürchten, ihre eigene Individualität zu behaupten.

Apis schrieb:Oder einen Partner für's Leben. Die kleinste Gruppe dürfte die selbst gegründete Familie sein. Wenn man sich seinem Partner in jedem Punkt anpasst, wird man aber auch in der Mini-Gruppe 'Partnerschaft' keine Individualiät entwickeln lernen. Das wird nur gelingen, wenn man sich in den Dingen, die einem selbst wichtig sind, treu bleibt. Dazu muß man aber zuerst erfahren, welche Dinge einem selbst wichtig sind... :idea:


Äh, ja. Wichtig….
Wer sich selbst treu bleiben kann oder sich selbst untreu werden kann, der sollte um seine Individualität wissen.

Was mir in der Diskussion bisher noch fehlt, ist der Macht- bzw. Machtlosigkeitsaspekt, den Seth hier erwähnt.

Zitat:doch werden Menschen, die Eigenverantwortung scheuen, in der Gruppe nur ein Zerrbild der eigenen Machtlosigkeit, niemals aber ihre Individualität finden.

Das führt mich zu weiteren Fragen. Wie sieht wohl das Zerrbild der eigenen Machtlosigkeit, gespiegelt durch die Gruppe aus?

Und was macht unsere Individualität genau aus und in welchem Verhältnis steht sie zur Eigenverantwortung?

Und wie verhalten sich Individualität und Identität zueinander?


Gruß
omega
Energie folgt dem Fokus.
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Ein Unding - von omega999 - 22.07.2012, 17:42
RE: Ein Unding - von Michael - 22.07.2012, 19:52
RE: Ein Unding - von omega999 - 22.07.2012, 23:05
RE: Ein Unding - von Tash - 23.07.2012, 07:24
RE: Ein Unding - von omega999 - 23.07.2012, 09:19
RE: Ein Unding - von Apis - 23.07.2012, 07:54
RE: Ein Unding - von omega999 - 23.07.2012, 09:26
RE: Ein Unding - von Apis - 25.07.2012, 10:54
RE: Ein Unding - von omega999 - 25.07.2012, 16:59

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